Am 14. und 15. September hat mein Fotostudio, der Schärferaum, bei der KunstWerkStadt 2024 in Bad Homburg seine Türen für ein besonderes Erlebnis geöffnet. Zwei Tage voller Kreativität, Inspiration und vor allem Menschen, die das…
Geschichten aus dem Schärferaum #1: Joscha, ein altes Sofa und ein Konzert, das keiner geplant hatte

Geschichten aus dem Schärferaum #1: Joscha, ein altes Sofa und ein Konzert, das keiner geplant hatte
Manche Shootings sind gute Arbeit. Und manche sind mehr als das. Das mit Joscha David Moret gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Es war eines dieser Shootings, bei denen man merkt, wie schnell aus professioneller Distanz etwas Persönliches werden kann.

„Genau das sind die Momente, in denen die besten Bilder entstehen, weil niemand mehr an die Kamera denkt.“
Joscha kam in den Schärferaum, um sich portraitieren zu lassen. Nach fünf Minuten war klar, dass das hier kein Shooting wird, bei dem ich jemandem erklären muss, wie er gucken soll. Gleiche Wellenlänge, gleiche Musik im Ohr, und irgendwann haben wir mehr gequatscht als fotografiert.
Wir haben uns einfach durch das Studio treiben lassen. Joscha auf dem alten Holzstuhl, Joscha am Fenster, in dem sich sein Gesicht spiegelt, Joscha oben auf dem Wandregal zwischen einem Röhrenradio und einem Fernseher, der älter ist als wir beide. Irgendwann kamen ein anderes Hemd und die Cap dazu und mit ihnen eine ganz andere Stimmung, ruhiger, nach innen gekehrt. Das ist das Schöne an einem Studio wie diesem: Backstein, Beton, alte Industriefenster, das Licht verändert sich je nach Ecke, und jede Ecke erzählt etwas anderes über denselben Menschen. Zum Schluss lag er kopfüber auf dem alten Sofa. Da wusste ich noch nicht, dass genau dieses Sofa ein paar Monate später eine Hauptrolle spielen würde.
Portraitserie Joscha — Schwarzweiß
Denn irgendwann zwischen zwei Outfits erzählte Joscha von seiner Band, den Dinners. Und ich erzählte von meinen Sofakonzerten im Schärferaum. Den Rest könnt ihr euch denken. Aus dem Gespräch wurde eine Idee, aus der Idee ein Termin, und im April 2026 standen die Dinners bei mir im Studio, diesmal nicht vor der Kamera, sondern vor Publikum.
Wer schon mal bei einem der Sofakonzerte war, weiß, dass das kein Konzert im klassischen Sinn ist. Keine Bühne, kein Abstand zwischen Band und Publikum, sondern Sofas, eine alte Stehlampe mit Fransen, eine Discokugel unter der Decke und Menschen, die so nah dran sitzen, dass sie jeden Blick zwischen den Musikern mitbekommen. Und davon gab es an diesem Abend viele. Es wurde gesungen, gelacht, geklatscht, und irgendwann konnte man nicht mehr genau sagen, wer mehr Spaß hatte, die Band oder das Publikum. Für mich hat sich an diesem Abend ein Kreis geschlossen: Derselbe Mensch, der ein paar Monate vorher still und nachdenklich vor meiner Kamera saß, stand jetzt mit geschlossenen Augen am Mikro und hat den ganzen Raum mitgenommen.
Sofakonzert — Die Dinners live im Schärferaum
Der Schärferaum war früher die Schreinerei meines Opas. Hier wurde schon immer etwas gemacht, mit den Händen, mit Leidenschaft und ohne großes Tamtam. Und genau so fotografiere ich hier heute: mit Zeit, ohne Zeitdruck, mit Raum für das, was sich ergibt.
Wenn du Lust bekommen hast, selbst mal hier vor der Kamera zu stehen: Für ein Shooting wie dieses, bei dem wir uns durch das ganze Studio bewegen, mehrere Looks ausprobieren und uns einfach treiben lassen, ist das Premium Portrait genau richtig. Wir nehmen uns 1,5 bis 2,5 Stunden, wechseln so oft das Outfit, wie es Spaß macht, und am Ende suchst du dir deine Favoriten aus, acht davon retuschiere ich zusätzlich professionell nach.
Wer weiß, vielleicht entsteht bei dir ja auch mehr als nur ein gutes Foto.
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