Von Bienen und Blumen

Das Bild, aufgenommen von fritz philipp photography in Frankfurt, zeigt eine Bienenwabe mit vielen Bienen.

Den Bienen geht es nicht gut

Dass es den Insekten im Allgemeinen und den Bienen (vor allem auch den Wildbienen) im Besonderen nicht gut geht, ist bekannt. Die Ursachen dagegen sind noch nicht eindeutig geklärt. In Verdacht haben Wissenschaftler Monokulturen, Pestizide und Parasiten. Das Bienensterben fällt vor allem in den Kolonien der Westlichen Honigbiene auf die wir (neben der Honiggewinnung) domestiziert haben, um die Bestäubung vieler unserer Nutzpflanzen zu bewerkstelligen. Aber auch den verschiedenen Wildbienenarten (die wir ebenfalls zum Bestäuben brauchen) geht es schlecht. Es gibt über 400 Wildbienenarten, die meisten sind Solitärbienen. Sie bilden keine größeren sozialen Zusammenschlüsse in einem Bienenstock, wie unsere Nutzbienen, sondern leben meist alleine. 

Eine gute Dokumentation zum Thema Bienen und Bienensterben ist „More than Honey“ von Markus Imhoof und ein spannender und informativer Roman „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde.

Gefährdet sind sowohl Honig- als auch Wildbienen. Unsere Nahrungsversorgung ist direkt von den Bestäubungsdiensten der kleinen Insekten abhängig.

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Den Bienen helfen: Schön und einfach    

Das Gute: Es ist ziemlich einfach und macht Spaß, Wild-und Honigbienen zu supporten. Und schön sieht es auch noch aus!

Alles, was du brauchst ist ein bisschen Erde und das richtige Saatgut. Ob das ein Blumenkasten am Fenster, Töpfe auf dem Balkon, unbepflanzte „Erdbeete“ zwischen Parkplätzen in deiner Stadt oder der eigene Garten ist – einfach loslegen! Etwas Timing gehört auch noch dazu, ich war dieses Jahr Ende Juni relativ spät dran. Du kannst schon ab Mai säen und einige Blumensorten sogar noch früher. Jetzt nur das Gießen nicht vergessen!

Die passenden Blumensamen kosten ein paar Cent. Das Gefühl, wenn es auf einmal überall bunt blüht und Wildbienen, Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge dankbar zum Futtern vorbeikommen ist unbezahlbar.

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Das richtige Saatgut

Nicht alle Blumen die schön aussehen, sind auch nahrhaft für Bienen. Es kommt auf die richtige Blumenmischung im Saatgut an. Bienen ernähren sich von den Pollen und dem Nektar der Pflanzen. Ich habe mir verschiedene Blumensamen besorgt, unter anderem einige Saatteppiche vom Discounter mit dem Hinweis „bienenfreundlich“. Ein Saatteppich ist ein großes Stück „Papier“, auf dem die Samen bereits im richtigen Abstand gesetzt sind. Unter großzügigem Gießen mit etwas Erde bedeckt sind sie super einfach einzupflanzen. Und du kannst sie auf deine speziellen Wünsche zuschneiden (Töpfe, Beete, große Wiese).

Erfahrungswerte

Meine Erfahrung mit dem Saatteppich bis jetzt: Sehr gut, die Pflänzchen keimen prima und blühen sehr schön. Allerdings ist die Größe der Blumen abhängig vom Platz, den man ihnen gibt. In meiner kleinen, flachen Zinnschale auf der Fensterbank sind die Blümchen auch relativ klein geblieben. In dem großen Topf (mit kleiner Katze) im Hof dagegen, sind auch die keimenden Blumen deutlich größer. Die Aussaat im Blumenbeet war eher so mittel…leider hat sich direkt eine Herde Weinbergschnecken über die frischen Keime hergemacht. Noch dazu habe ich extrem sandigen Boden im Garten und trotz Zugabe von Blumenerde wachsen die Blümchen dort eher schleppend im Vergleich zu denen im großen Topf.

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Nachdem die Saatteppiche leider ausverkauft waren, bin ich auf als „bienenfreundlich“ ausgewiesene Wildblumenmischungen aus dem Baumarkt umgestiegen. Da ich die später eingepflanzt habe, kann ich noch nichts sagen, bzw. keine Bilder zeigen. 

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Die Anwendung des Discounter-Saatteppichs, habe ich als blutiger Anfänger auf dem Gebiet „Blumenwiese“ als etwas einfacher empfunden. Die Abstände zwischen den Samen sind bei losem Saatgut nicht vorgegeben. Ich lasse mich also mal überraschen, ob ich zu sparsam oder euphorisch gepflanzt hab.

Im Baumarkt habe ich auch ziemlich viele Lavendelpflänzchen geholt. Die waren bereits am blühen oder kurz davor. Als ich zu Hause war und den Lavendel noch nicht mal eingepflanzt hatte, kamen schon richtig viele Bienen um fleißig zu sammeln. Das hat mich überrascht und lässt mich spekulieren, dass das Nahrungsangebot bei uns im Viertel trotz vieler Gärten offensichtlich etwas düftig ist. 

Der Plan für die Zukunft ist ganzjährig Futter für die Bienen im Garten zu haben. Das heisst ich versuche Blumen zu pflanzen, die zeitversetzt blühen, als Bienennahrung geeignet sind und nicht einfach nur hübsch aussehen.

Gute Nisthilfen aka Bienenhotels

Ein weiteres Projekt für nächstes Jahr ist es, ein GUTES „Bienenhotel“ zu bauen. Der Ausdruck Hotel stimmt eigentlich nicht, Nisthilfe trifft es besser. Sie kann von manchen Bienenarten bis zu mehreren Jahren bewohnt werden. 

Wenn du jetzt gerade durch den Baumarkt tigerst und deine Blumensamen und Lavendeltöpfe zur Kasse schleppst: Obacht! Hier gibt es schicke „Bienenhotels“ verschiedener Anbieter, die vor allem uns Menschen total gut gefallen. Ist mir auch passiert: Ich habe im Discounter zugeschlagen und war der Meinung, das sei bienenhoteltechnisch „State of the art“… Merkwürdig war nur, dass sogar nach zwei Jahren keiner ins Bienenhotel eingezogen ist…

Des Rätsels Lösung: Bei Bienen gibt es No Go´s und Must have´s! Von denen hatte ich bis vor kurzem keine Ahnung. Erst als ich diesen Juni den Bau von Bienennisthilfen fotografisch begleitet habe, dämmerte mir einiges. Einmal mit Profis arbeiten ;D! Vom Material über die Größe, Tiefe und Dichte der gesetzten Bohrlöcher, unsaubere Bohrkanten, mangelnde Belüftung, Wassereintritt, bis zur falschen Himmelsrichtung…AAAAaaah :D! Kurz gesagt: Diese Bienchen machen es einem nicht ganz so leicht, wenn es um ihre Unterbringung geht. Wenn du Lust hast, es richtig zu machen, dann empfehle ich diese Website, da kann nichts mehr schief gehen: https://www.wildbienen.info/artenschutz/nisthilfen_am_haus.php

Fritz Philipp Fotograf Frankfurt Bienennisthilfe 05
Fritz Philipp Fotograf Frankfurt Bienenhotel 01
Fritz Philipp Fotograf Frankfurt Bienennisthilfe 04

Gärten des Grauens

Egal, wie gut es mit deinen Gärtnerskills läuft, eines solltest du definitiv vermeiden: Steingärten! Satirisch und auf den Punkt gebracht, beschäftigt sich bei Facebook die Seite „Gärten des Grauens“ mit diesem Thema. Stein“Gärten“ sind lebensfeindliche Wüsten und schaden unter anderem direkt unseren heimischen Insekten und somit dem gesamten Ökosystem. Und schön ist auch anders…

Viel Spaß beim Pflanzen, Basteln und Staunen wünscht dir

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